In der Selbstverteidigung ist oft weniger mehr



Selbstverteidigung dient dem eigenen Schutz und muss schnell und effektiv sein. In einer Angriffssituation muss die Verteidigungstechnik sitzen.

Großmeister Fritz Nöpel leitete am Samstag im UNSUI-DOJO, Karateabteilung der TG Neuss einen Lehrgang zum Thema Selbstverteidigung im Karate-Do.

Fritz Nöpel, geboren am 3. November 1935 in Breslau ist Träger des 10. DAN.  (höchste Auszeichnung im Karate-Do)
Er trägt den Ehrentitels Hanshi und ist höchstgraduierter DAN-Träger im Deutschen Karate Verband.

Nicht die Masse der Techniken garantieren den Erfolg, sondern deren Beherrchung. Will man sich sinnvoll verteidigen, muss die Technik ohne nachzudenken, reflexartig ausgeführt werden.                                                                                    
Hanshi Fritz Nöpel zeigte den Teilnehmern die 12 Fäuste im Karate-Do. Diese werden im Karate zur Verteidigung im Sinne des Konters genutzt. Alle Teilnehmer probierten die Techniken mit Partner, aus verschiedenen Positionen und mit verschiedenen Angriffen aus. Schnell wurde klar, dass jeder seine eigenen Vorlieben hat was die verschiedenen Arten der Faust betrifft. Frauen nutzen andere Techniken als Männer. Alte Menschen andere als Kinder. Jeder muss für sich ganz individuell die Technik (Waffe) finden, die zu ihm passt.

Meister Fritz Nöpel war es am Ende wichtig den Teilnehmern zu vermitteln, dass in der Selbstverteidigung die Technik auch zur Person passen muss. Denn was nützt die schönste Verteidigungstechnik, wenn sie zur Selbstverteidigung nicht taugt.

Nach der Mittagspause ging es dann weiter mit Selbstverteidigungstechniken in der Kata Bunkai. Hier ging der Meister spezifisch in die Kata Seenchin des Goju-Ryu Karate Do ein.
Seenchin wurde zur Förderung eines starken und stabilen Standes entwickelt. Ohne einen starken Stand ist es unmöglich, eine volle Kraftentfaltung zu erreichen. Deshalb wird die Stellung Shiko Dachi in Seenchin stark betont. Auch enthält Seenchin mehrere Zieh- und Wurftechniken für Nahkampfsituationen. Die Kata lehrt mit konstantem Druck den Bewegungen eines Kampfes folgen zu können. Eine Kata die auch von( fünf ) Tierelementen geprägt ist.
Die Teilnehmer waren begeistert von der Art und Weise wie Fritz Nöpel jeden einzelnen Teilnehmer die Vielfältigkeit der Techniken und deren Ausführungen hier zeigte und zu vermitteln versuchte.

Die Kata Bunkai ist eine Trainingsform, die einem festen Muster von Angriffs- und Verteidigungstechniken folgt. Bunkai dient dem Verständnis der Karate Kata und leitet von der Form zur Anwendung von Karate Techniken.

Fazit des Lehrgangs: In der Selbstverteidigung braucht es nur wenig um erfolgreich zu sein. Das muss aber reflexartig ausgeführt werden können.
Weniger ist dabei oft mehr.

Am Ende waren sich alle Teilnehmer in einem Punkt einig.
Das müssen wir wiederholen.