die Vereinigung von Kraft -Go- und Sanftheit -Ju-

Wie manchem bekannt sein wird, ist Goju-Ryu neben den Stilen wie Wado-Ryu, Shoto-Kan und Shito-Ryu eine der vier Hauptsäulen des japanischen Karate-Sportes. Viele Experten sind sich einig, dass von diesen gerade das Goju-Ryu das härteste und realistischste System ist. Es ist weniger auf Schau und Eleganz, dafür aber eher auf nüchterne Aktualität und Wirklichkeit aufgebaut. Man sagt, dass viele der Angriffs und Abwehrhaltungen tatsächlich von Tieren abgeguckt worden sind. immer mit der These, dass die Reaktionen und Bewegungen der Tiere die intuitiv natürlichsten und logischsten seien. Eine besondere Spezialität des Goju-Ryu Systems ist das, was man in Japan ,,Kokyo” nennt, nämlich die richtige und tiefe Atmung. Vor und nach dem täglichen Training werden daher regelmäßig ,,Kokyo”-Übungen gemacht. Besonders im Nahkampf hat Goju-Ryu die allergrößte Wirksamkeit und es ist bezeichnend, dass diese Kampfsportart nebst den üblichen Techniken regelrechte Würfe und auch Haltegriffe hat. Diese abwechslungsreichen Qualitäten machen diese Richtung für den Budo-Anhänger besonders interessant.

Wie dieses japanische Wort schon besagt, ist dieses System eine Verbindung zwischen -Go- (Kraft) und -Ju- Sanftheit). Es soll damit ausgedrückt werden, dass bei dieser Kampfart "mal hart, mal weich” gekämpft werden soll, je nach dem, wie der Gegner reagiert. Wendet der andere beim Angriff -Go- an, so tritt man ihm mit -Ju- entgegen, während man selbst mit -Go- kämpfen soll, wenn der Gegner -Ju- bevorzugt. Man bleibt also stets flexibel und versteift sich nicht auf das eine oder andere.

Dieses Goju-Ryu System wurde vor fast 50 Jahren von einem Meister Chojun Miyagi aus Okinawa (die Insel, auf weicher viele Karate-Richtungen ihren Ursprung halten) begründet. Mit 14 Jahren soll dieser Mann schon ein Genie in den ,,Kunst der leeren Hand” gewesen sein. Mit 16 ging er nach China, um dort wiederum in einigen Dutzenden Dojos unter Hunderten von verschiedenen Lehrern seine Karate-Kenntnisse zu erweitern. Als er Jahre später nach Okinawa zurückkehrte, galt er bei den meisten seiner Freunde und Bekannten ais ,,unbesiegbar”. Aus einer glücklichen Mischung und Verbindung zwischen dem China- und Okinawa-Karate schuf er das Goju-Ryu, weiches somit in Japan ihren Anfang finden konnte.

Sein bester Schüler und Nachfolger Gogen Yamaguchi, ebenfalls ein Ieidenschaftlicher Kempo- und Karate-Anhänger seit frühester Kindheit, gründete nach dem Tode seines Meisters Miyagi die jetzige Organisation "Goju-Kai”, welche in Japan etwa 65 oder noch mehr Zweigorganisationen hat. In Menschenzahl ausgedrückt sind das Welt mehr als 300.000 Mitglieder, welche dieser Richtung angehören.