Kumite (jap.): die Übung des Kampfes mit dem Partner.

Neben Kihon und Kata ist Kumite die dritte Säule des Karate. Man unterscheidet mehrere Arten der Partnerübung, die sich jedoch alle aus dem Bunkai ableiten und sich von einfach bis schwierig in verschiedenen Formen entwickeln. Grundsätzlich unterteilt man die Kampfübungen in zwei große Gruppen: Yakusoku-Kumite und Jiyu-Kumite

Äußere Definition
Kumite ist ein von Karateka vielgebrauchter Begriff, doch es gibt nur wenige, die seine wahre Bedeutung kennen. Im allgemeinen übersetzt man Kumite mit „Partnerübung“, „Kampf“ oder „Angriff“. Doch in Wirklichkeit liegt der Sinn viel tiefer. In der japanischen Sprache bedeutet das Wort Kumi in der Übersetzung: Gruppe, Klasse, auswählen, verbinden, kombinieren, eine Gruppe bilden, Arbeit in der Gruppe, etwas für den Partner haben. Dieselbe Silbe wie in Karate wird auch an Kumi angehängt und es entsteht Kumi-te. Te bedeutet im Sino-japanischen „Technik“ und im Japanischen „Hand“. Das Verb Kumitsu übersetzt man „mit den Armen erfassen“ oder „ sich auf jemanden stürzen“.
Kumite bedeutet im Japanischen mithin soviel wie „Begegnung der Hände“ und bezeichnet die Ausdehnung der Übung des Karate-do in jenen Bereich, in dem die Techniken mit dem Partner geübt werden. Diese Übung kann vorgegeben (Yakusoku) oder frei (Jiyu) sein. Diese Interpretation ist die äußere Sicht des Kumite, die den meisten Karateka bekannt ist.
Die Entschlüsselung der Kata-Strukturen, über die sich das ganze Kumite entwickelt, war über Jahrhunderte in allen Stilen geheim. Sie besteht aus einem dreigeteilten Prinzip, und zwar aus dem Technik-System, dem Taktik-System und dem Geist-System

Innere Definition
Die innere Definition von Kumite ist jedoch eine andere. In ihr existiert die Bezeichnung „Technik der Begegnung“, in deren Sinn sich das strikte Verbot des Wettkampfes aller klassischen Richtungen des Karate-do erklärt. In dieser Interpretation des Kumite ist die menschliche und erzieherische Bedeutung des Karate enthalten. In ihr gibt es keinen Gegner sondern einen Partner, wie dies nicht nur im Karate, sondern in allen klassischen Budo-Arten der Fall ist. In den beiden Aspekten sind also zwei Tendenzen enthalten: Erstens die technische und zweckmäßige Sicht der Technik und zweitens die Übung der zwischenmenschlichen, harmonischen Kommunikation, welche erst eine Grundlage in der Beziehung zwischen zwei Partnern erlaubt. Die menschliche Beziehung zwischen den Übenden einer Kampfkunst untereinander ist in den traditionellen Richtungen ein grundlegendes Gebot. Darauf beruhen die Gesetze der Dojokun und der Geisteserziehung Shin, Kaisetsu. Das Kumite enthält als seine Grundlage eine wahre zwischenmenschliche Beziehung zwischen den übenden Partnern, durch die erst ein Fortschritt im Sinne des Do entstehen kann. Wettbewerb wird deshalb von den traditionellen Richtungen abgelehnt, weil die Tendenzen der Gegner, die sich begegnen, von eigennütziger Natur sind (jeder will gewinnen) und dadurch den Fortschritt in der Übung hemmen (Ken Zen ichi).

Mi-gamae und Ki-gamae
Insgesamt bezeichnet man bei den Kampfübungen zwei Haltungen (Kamae) als wesentlich: Mi-gamae (physische Bereitschaft) und Ki-gamae (psychische Bereitschaft). Diese Aspekte sind jedoch nicht voneinander getrennt, sondern greifen ineinander und ergänzen einander gegenseitig.